Unterm Maibaum ruht der Götz

Neunstetten feierte Wonnemonat

Neunstetten. Seit 1991 ist es die Aufgabe von Neunstettens Freizeitgruppe, den Maibaum am Dorfplatz zu erstellen, und ein zünftiges Osterfeuer zu entfachen. Neu: Götz von Berlichingen war höchstpersönlich mit von der Partie.

Von allen, besonders aber von Ortsvorsteher Werner Müller, erfuhr Neunstettens Freizeitgruppe unter Leitung von Walter Arnold viel Lob: Mit viel Liebe sei ein prächtiger Maibaum erstellt worden, unter dem sich keine geringerer als Götz von Berlichingen im Schatten des schmucken Neunstettener Miniatur-Schlosses recht wohl fühle.

Und mit dem Götz feierte ein ganzes Dorf zusammen mit vielen Gäste von auswärts. Schon am Morgen des 1. Mai um 9 Uhr hatte sich das Dorf unter dem Maibaum am Dorfplatz zum Gottesdienst mit Pfarrer Richard Hohendorff versammelt. Zehn Kilometer betrug dann die Wanderstrecke im und um das Dorf. Immer wieder wurde die Erste-Mai-Wanderung von Zwischenstationen zu Erfrischung und Stärkung unterbrochen.

Am Nachmittag war dann gemütlich-geselliger Dorfnachmittag unter dem kunstvoll gestalteten Maibaum. Selbst Hand angelegt hatte Walter Arnold, um die eiserne Hand des Götz von Berlichingen zu gestalten und am Maibaum anzubringen. Schwert und Schild dürften dort nicht fehlen, wo Götz weilt. Und in dem einstmals dem Rittergeschlecht der Berlichinger zugehörigen Neunstetten sei es richtig, den Maibaum mit dem fünfspeichigen Berlichingschen Rad zu schmücken.

Worauf aber Walter Arnold besonders stolz ist: Ein "echter" und urwüchsiger, erst fünf Tage alter - von dem Künstler Holger Bär aus Billigheim aus einem Block Holz mit einer Motorsäge erzeugter Götz weile unter dem Maibaum. Eine "klasse Leistung" erblickte Neunstettens Ortsvorsteher Werner Müller ferner in der liebevoll und gekonnten Imitation des heimischen Schlosses und die militante "Feldschlange". Kennt man doch in Neunstetten den Götz und weiß um die 34 Fehden, in die er verwickelt war.

Man spürte es allenthalben: Neunstetten ist in diesem Jahr durch seine in Gang gekommene Dorfflurbereinigung zu besonderer Heimatliebe inspiriert; aber auch die Hoffnung, einen ersten Preis für seinen gelungenen Maibaum zu gewinnen, treibt es um. pb

Quelle:
Fränkische Nachrichten
03. Mai 2005
www.fnweb.de

 

   
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