Schloss und Bandhaus Krautheim-Neunstetten (16. Jh.)

Der Sohn des berühmten Götz von Berlichingen, Hans Jakob, der als letzter derer von Berlichingen im Kreuzgang des Klosters Schöntal bestattet ist, erbaute das Schloss Neunstetten. Dreimal weist die Jahreszahl 1568 an der linken Frontseite des Schlosses auf den Fertigstellungstermin hin. Das Schloss samt Hofgut blieb bis 1926, bis zum Verkauf an die Gemeinde Neunstetten, im Besitz der Familie von Berlichingen. Bis zum Kauf durch Professor Dr. Thomas Meyer im Jahr 1979 befand sich das Neunstetter Schloss in einem verwahrlosten Zustand.

Im Zuge der jetzigen Sanierung wurden sanitäre Einrichtungen behutsam eingebaut, zwei Räume können mit Holzöfen beheizt werden; die übrigen Räume bleiben in der gesicherten Substanz mit ihrer herkömmlichen Ausstattung, mit alten und neueren Möbeln. Drei Tage im Jahr findet auf dem Gelände und in den Gebäuden das dreitägige Jahresfest des örtlichen Turn- und Sportvereins statt

Zeitgleich mit dem Schloss errichtete Hans Jakob von Berlichingen auf älteren Fundamenten der früheren Wehranlage das sogenannte Bandhaus. Dessen Name führt indes in die Irre, handelt es sich doch hier nicht um eine Küferei, sondern um das Fest- und Sommerhaus des Neunstetter Schlosses. Der Dachstuhl musste ausgebessert und das Dach mit alten Ziegeln teilweise neu gedeckt werden. Der Außen-Aufgang zum Festsaal wurde rekonstruiert wie auch der Aufgang vom Festsaal in das Dachgeschoss zum wiederhergestellten und eingerichteten Turmzimmer.

Das äußere Erscheinungsbild von Bandhaus und Schloss Neunstetten ist nach Befundergebnissen neu gefasst worden. Das Innere wurde unter Aufsicht des Restaurators weitgehend in Eigenleistung des Eigentümers im erbauungszeitlichen Zustand des Schlosses wiederhergestellt. Der Erhalt von Dielenböden, originalen Fenstern und Türen sowie der Verzicht auf farbliche Komplettierung der Renaissance-Malereien im Treppenturm tragen zum hohen Zeugnischarakter der Räume und ihrer Ausstattung bei. Die einzige größere "Zutat" ist eine Dachterrasse über dem Küchenvorbau aus der Zeit um 1630.

Vom Sorgenkind der Denkmalpflege - eine zweimal ausgesprochene Abrissgenehmigung für das Bandhaus lag vor - hat sich die Anlage in einer denkmalpflegerisch idealen Art und Weise entwickelt.

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Schloss (rechts) und Bandhaus in Neunstetten, erbaut nach 1560 von einem Sohn des Götz von Berlichinge.

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Im 1. Obergeschoss des Bandhauses präsentiert sich dieser Saal

 

Quelle: Informationstext zur Vergabe des Denkmalschutzpreises 1994 durch die Württemberger Hypo und den Schwäbischen Heimatbund

http://www.schwaebischer-heimatbund.de/index.php?cid=390#krautheim

   
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